Jahresrückblick 2014

Ein intensives und ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Und wir hätten nie gedacht, dass sich in nur zwölf Monaten in unserem Land so viel verändern würde, dass Krieg und Angst vor einer Ausbreitung des Krieges, Flüchtlinge, Soldaten, an Körper und Seele verletzte Menschen, plötzlich zu unserem Alltag gehören.
Viel Zuversicht und Hoffnung gibt uns in dieser Zeit unser Glaube an Jesus Christus. Wir finden Trost und Ermutigung in der Bibel und im Austausch mit Freunden. Wir schützen die Unterstützung, die wir von Euch erfahren und sind von Eurem Interesse und Eurer Anteilnahme überwältigt. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit ist es uns ein Anliegen, Euch von Herzen ‚DANKE‘ zu sagen!
Trotz aller negativen Entwicklungen in der Ukraine, die sich unter anderem im enormen Verfall der ukrainischen Währung, steigenden Preisen und in täglich mindestens vierständigen Stromabschaltungen bemerkbar machen, war unser Jahr ein Jahr, in dem wir viel Freude geben und erleben durften, ein Jahr der kleinen und großen Wunder. Daran haben viele von Euch Anteil durch Hilfe und Wort und Tat.
In diesem Brief möchte ich einige Momente aus dem Alltag unserer großen „Lebendige Hoffnung Familie“ teilen, die uns am Jahresende besonders dankbar und froh machen.
Als wir im Januar 2001 das erste Tageszentrum in Odessa eröffnet haben, konnten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen, dass nach nur vierzehn Jahren daraus eine Gemeinschaft mit mehr als einhundert Menschen wachsen würde. Es ist ein großes Geschenk, unsere Kinder gedeihen zu sehen.
Viele haben sich zu jungen Erwachsenen entwickelt, die gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen: Lena und Alexandra leiten das dritte Tageszentrum selbstständig und geben so das Gute, was sie als Kinder bei uns erlebt haben, an die kleinen Dorfbewohner von Petrivka weiter. Mischa und Aleksey sind Freiwillige in Großbritannien und helfen dort in kirchlichen Einrichtungen mit, andere studieren, sind Soldaten in der ukrainischen Armee und eine junge Frau hat sich vor Kurzem verlobt und wird im kommenden Sommer heiraten. Für uns ist es ein kostbares Geschenk, sehen zu dürfen, dass die Samen, die wir in das Leben dieser Kinder gesät haben, nun gute Früchte bringen. Andererseits ist es wunderbar neue Familien kennenzulernen. In unserem Feriencamp im Juli 2014 hatten wir die Gelegenheit die meisten unserer Kinder und Jugendlichen für eine Woche zusammenzubringen. Für uns war das ohne Zweifel der Höhepunkt des Jahres, da wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Woche live mit circa 100 Leuten erleben durften.
Motiviert durch einen sehr ereignisreichen Sommer werden wir in diesem Jahr das erste Mal den Jahreswechsel mit unseren Jugendlichen feiern. Gemeinsam mit jungen Leuten aus Moldawien, Deutschland und der Ukraine werden wir fünf Tage in Uzhgorod verbringen. Wir haben festgestellt, dass es gerade in dieser Zeit der Verunsicherung und Angst enorm wichtig ist, Gemeinschaft zu leben. Die Atmosphäre der Stabilität, Geborgenheit und des gegenseitigen Vertrauens hilft, Hoffnung für die Zukunft zu haben und zieht viele Menschen an. In den letzten Monaten haben wir oft erlebt, dass Leute, die nichts mit unserem Verein zu tun hatten, nun Kontakt und Nähe suchen. Manche sind dabei getrieben von materieller Not, da die Preise steigen und die Einkommen fallen. Andere sagen, dass sie einfach die besondere Atmosphäre in den Tageszentren genießen. Wir sind dankbar, dass wir immer wieder auch die finanziellen Mittel haben, unsere Kinder mit einem leckeren Mittagessen und einige Familien mit Lebensmittelpaketen zu versorgen. Da ab Januar höchstwahrscheinlich die kostenlose Schulspeisung abgeschafft wird, bekommt dieses Angebot nochmal einen ganz neuen Stellenwert.
Im November haben wir auch fünfzehn Tonnen Hilfsgüter aus dem Erzgebirge erhalten, die wir ab Januar in Odessa und Umgebung verteilen werden. Außerdem freuen wir uns auf vier Weihnachtsfeiern mit Krippenspiel und Weihnachtsgeschenken. Neben unserer traditionellen Feier im Altersheim werden wir diesmal auch eine Weihnachtsfeier für Flüchtlinge aus der Ostukraine organisieren. Es geht also weiter und wir freuen uns auf das neue Jahr.
Auf unserer Internetseite www.hope4kids.com.ua haben wir das Jahr 2014 nochmal in Bildern für Euch zusammengestellt. Dort gibt es auch viele Berichte vom vergangenen Jahr und aktuelle Informationen.
Schließen möchte ich mit einem Bibelwort, dass uns in diesem Jahr ein ständiger Begleiter war. Jesus sagt:
„Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts in eurem Glauben erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!“ (Johannes 14:27)
Habt herzlich Dank für Eure Hilfe und Verbundenheit!
Wir wünschen uns und Euch allen ein friedliches und gesegnetes neues Jahr 2015!
Eure Familie Borisuk zusammen mit den Kindern, Jugendlichen und Mitarbeitern von „Lebendige Hoffnung“ Odessa
Konto: Lebendige Hoffnung e.V., IBAN: DE77870540003442001004, BIC: WELADED1STB