Osterrundbrief 2018

Osterrundbrief 2018

„Bei uns ist alle Tage Ostern, nur dass man einmal im Jahr Ostern feiert.“

– Martin Luther

“Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!” – mit diesen Worten gr??en sich in diesen Tagen die Christen in aller Welt. In den meisten westeurop?ischen L?ndern ist Ostern 2018 schon wieder Vergangenheit. Wir feiern dieses wunderbare Fest hingegen an diesem Wochenende.

Am Freitag, Samstag und Montag laden wir die Eltern und Kinder in unsere drei Tageszentren ein, um uns gemeinsam den wahren Grund, warum wir Ostern feiern, ins Ged?chtnis zu rufen. Die Vorbereitungen daf?r laufen auf Hochtouren – Gedichte werden gelernt, Theaterst?cke einstudiert, es wird getanzt, gebastelt und geprobt. Mir f?llt auf wir schnell die Zeit vergeht. Haben wir nicht erst gemeinsam Weihnachten gefeiert? Die Zeit ist schnelllebig und deshalb ist es sch?n, dass uns gerade die gemeinsamen Festtage immer wieder die M?glichkeit geben, uns zu besinnen und zur Ruhe zu kommen, egal auf welches Datum das Fest f?llt. Ich m?chte Euch im Folgenden einen kleinen Einblick in die vergangenen drei Monate geben und Euch auch im Namen unserer Kinder und Mitarbeiter herzlich f?r Eure Anteilnahme und Unterst?tzung – in welcher Form auch immer – danken.

Wie bereits erw?hnt, hatten wir im Januar drei wunderbare Weihnachtsfeiern in unseren Zentren und ein tolles Fest im Altersheim. Der H?hepunkt war allerdings unser gemeinsamer Jahresanfangsgottesdienst zu dem sich alle unsere Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter einfanden, um gemeinsam das Neue Jahr unter den Segen Gottes zu stellen. Dank unserer lieben Freunde aus Deutschland und Luxemburg konnte jedes Kind ein wundersch?nes Geschenk in einem liebevoll gepackten Schuhkarton mit nach Hause nehmen. VIELEN HERZLICHEN DANK AN ALLE SCHENKER!

Schenken ist ein Thema ?ber das ich in den letzten Wochen sehr oft nachgedacht habe. Schenken ist ein Ausdruck unserer Liebe. Liebe kann man in vielerlei Art ausdr?cken und gerade in unserem Dienst an Kranken, Armen und Benachteiligten ist es wichtig, dass wir die “Sprachen der Liebe” sprechen, die diese Menschen verstehen. Dr. Gary Chapman hat f?nf Sprachen der Liebe definiert, die unserem Team schon oft geholfen haben, Wege zu finden, unseren Kindern, Jugendlichen und deren Verwandten zu zeigen, dass sie wertvoll und geliebt sind: Worte der Anerkennung, intensiv genutzte Zeit, Geschenke, Ber?hrungen und praktische Hilfe. Gerade in der letzten Zeit habe ich festgestellt, dass gemeinsame Arztbesuche auch zu diesen “Liebessprachen” z?hlen. Viele unserer Kinder und Jugendlichen haben gesundheitliche und psychische Probleme, die sich auch auf ihre Schulleistungen auswirken. Leider werden diese Dinge oft von den Eltern ignoriert, entweder weil die Behandlungen Geld kosten oder sie keine Zeit haben, meistens jedoch weil, sie sie den Beschwerden keine Bedeutung beimessen.

Ich war schockiert, dass ein zw?lfj?hriges M?dchen, das kein Wort ohne Stottern hervorbringt und extrem darunter leidet, verspannt und extrem traurig ist, auf unser Dr?ngen das erste Mal seit vielen Jahren einem Neurologen vorgestellt wurde. Sie bedankte sich mit Tr?nen und einer herzlichen Umarmung daf?r, dass sich endlich jemand k?mmert. Auf meine Antwort, dass sie das wert ist, fing sie zu Schluchzen an und konnte sich nur schwer beruhigen. Es ist schwer vorstellbar, was im Inneren der Kleinen vorgeht und ich bin froh, dass sie nun unter ?rztlicher Aufsicht ist, unser Logop?din mit ihre arbeitet und dass sie regelm??ig ins Tageszentrum kommt.

Bei einer anderen Jugendlichen, die sich nur schwer konzentrieren konnte und verhaltensauff?llig war, wurde in einem MPT ein Hirnschaden festgestellt, den sie durch einen Sauerstoffmangel bei der Geburt hat. Es hat 17 Jahre gedauert, bis das ans Licht kam und nun k?nnen wir uns darauf einstellen und ihr Aufgaben ?bertragen, denen sie gewachsen ist und ihr besser helfen, Ihre St?rken zu entwickeln ohne sie zu ?berfordern. Im Tageszentrum findet sie Annahme und unsere geduldigen Mitarbeiter machen sie fit f?rs selbstst?ndige Leben.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen, wie wir auch Dank Eurer Spenden uns nicht nur um Seele und Geist, sondern auch um den K?rper und die Gesundheit unserer Sch?tzlinge k?mmern k?nnen.

Seit einiger Zeit betreuen wir auch bed?rftige Familien in Petrovka, deren Kinder noch zu klein sind, um ins Tageszentrum zu kommen, die aber in unvorstellbar armen Wohnverh?ltnissen leben – Toilette drau?en im Hof, 8 Personen in einem Zimmer, gekocht wird auf einer elektrischen Kochplatte und gewaschen wird in einer Plastiksch?ssel. Im gleichen Haus wohnt eine junge Frau mit ihrem dreij?hrigen Sohn und ihrem Lebensgef?hrten, der obwohl er schon fast drei?ig ist noch nie einen Pass oder Personalausweis besessen hat unter ?hnlichen Bedingungen. Diese Frauen haben nie gelernt, was es hei?t sich um Kinder zu k?mmern, einen Haushalt zu f?hren oder ihr Geld einzuteilen. In kleinen Dingen versuchen wir ihnen Hilfestellung zu geben und so das Leben der Familien zu verbessern. So helfen wir zum Beispiel bei Beh?rdeng?ngen, bei der Bezahlung der Nebenkosten und vielen allt?glichen und doch wichtigen Aufgaben. Im Juni bringt eine der Frauen ein weiteres Kind zur Welt, und auch Dank der humanit?ren Hilfe aus Deutschland, die wir seit Jahren an eine Geburtsklinik in Odessa weitergeben k?nnen, wird sie ihr Kind unter guten Bedingungen geb?ren k?nnen.

Mitte M?rz – w?hrend der Fr?hlingsferien – konnten die Kinder bei unserem halbj?hrlichen Jahrmarkt wieder ihre hart verdienten Punkte in Geschenke umwandeln und vielen gingen mit Skateboards, Fahrr?dern, Spielsachen und S??igkeiten bepackt ?bergl?cklich nach Hause. Die Punkte k?nnen sie jeden Tag f?r regelm??igen Schulbesuch, ohne Murren erledigte Hausaufgaben, das Einhalten der Regeln im Tageszentrum und Mithilfe beim Putzen sammeln und sie dann bei diesem wichtigen Ereignis gegen viele tolle Dinge einl?sen. Auch diese Aktion k?nnen wir dank Eurer Spenden immer wieder zweimal j?hrlich durchf?hren.

Da sich der Winter ?berraschenderweise in diesem Jahr auch bei uns sehr lange hingezogen hat, konnten wir mit dem Bau der Mauer um unser Grundst?ck, auf dem das „Haus der Zuflucht“ gebaut werden soll, noch nicht beginnen. Im n?chsten Rundbrief gibt es aber in dieser Rubrik sicher Neues zu berichten und zu zeigen. Wir m?chten uns schon jetzt bei allen bedanken, die uns bereits durch Spenden f?r dieses spezielle Anliegen haben wissen lassen, dass sie dieses Projekt unterst?tzen und uns damit ermutigen mutig voranzugehen.

In zwei Monaten beginnen die Sommerferien und wie immer auch die intensivste Zeit in unserer Arbeit. Im Moment bereiten wir 15 junge Ukrainer darauf vor, ab September f?r ein Jahr als Freiwillige ins europ?ische Ausland zu gehen. Au?erdem laufen bereits die Vorbereitungen f?r das gro?e Sommercamp, kleinere Eins?tze in Petrovka und Moldawien, unser erstes Familiencamp und nat?rlich die Reise nach Deutschland, auf die wir diesmal circa 40 Kinder und Jugendliche mitnehmen werden. Alle die uns w?hrend dieser Zeit pers?nlich treffen wollen, laden wir herzlich am Samstag dem 25.08.2018 zu unserem traditionellen Freundestreffen ins Erzgebirge ein. Uhrzeit und Ort geben wir im n?chsten Rundbrief bekannt.

Wir w?nschen Euch allen einen gesegneten Fr?hling und Bedanken uns noch einmal herzlich f?r Eure Unterst?tzung!

Slavik und Nicole, mit Rebekka und Sarah und allen Kindern und Mitarbeitern von Lebendige Hoffnung in Odessa


Kontakt: Nicole und Slavik Borisuk, Tel: +380674851620, borisuk@web.de Lebendige Hoffnung e.V.
IBAN: DE77870540003442001004
SWIFT: WELADED1STB