Rundbrief April 2013

Rundbrief April 2013

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ – Václav Havel

Liebe Freunde und Unterstützer,

seit einer Woche ist in Odessa endlich der Frühling eingekehrt. Bei sommerlich warmen Temperaturen verbringen unsere Kinder schon wieder viel Zeit beim Spielen im Freien. Die Tatsache, dass nach jedem auch noch so langen und ungemütlichen Winter angenehme Frühlingstage folgen, die neues Leben in der Natur hervorbringen, ist auch ein Bild für das, was wir in den vergangen drei Monaten erleben durften.

Nach einer gut besuchten und sehr familiären Weihnachtsfeier am 12. Januar hielten wir an unserer guten Tradition fest und besuchten auch in diesem Jahr die Bewohner des Altenheims. Bewegt und dankbar lauschten die etwa 80 Zuschauer dem Programm unserer Kinder. Die mitgebrachten Geschenke wurden bewundert und besonders die bettlägerigen Patienten freuten sich darüber, dass einige Jungen und Mädchen sie in ihren Zimmern besuchten. Auch zum Internationalen Frauentag am 8. März haben wir die Gelegenheit genutzt und den alten Damen gratuliert.

Am 24. Februar konnten wir eine Idee praktisch umsetzen, die uns schon lange am Herzen lag. Über die letzten 12 Jahre, die wir mit den Kindern und Jugendlichen in unserem Stadtteil arbeiten, haben wir zu einigen heute schon jungen Erwachsenen, die früher regelmäßige Tageszentrumsbesucher waren, keinen bzw. nur sehr sporadischen Kontakt. Trotzdem ist uns das Schicksal dieser jungen Leute nicht egal und so organisierten wir unser erstes „Ehemaligentreffen“. Es war ein sehr gesegneter Nachmittag, an dem wir uns beim Anschauen alter Fotos sowie bei Kaffee und Kuchen an schöne gemeinsame Momente in der Vergangenheit erinnert haben. Es war uns wichtig, den Anwesenden zu sagen, dass unsere Türen immer offen stehen und dass sie sich jederzeit an uns wenden dürfen. Es macht uns sehr dankbar, dass nach diesem Nachmittag drei der jungen Erwachsenen wieder engen Kontakt suchen und auch unsere Jugendgruppe am Freitag besuchen. Eine junge Mutter, die für eine längere Behandlung nun im Krankenhaus ist, dürfen wir mit Lebensmittel, Medikamenten und Besuchen unterstützen. Auch diese Beziehung ist durch diesen Nachmittag viel intensiver geworden.

Ein besonderes Ereignis, dass von allen Kindern sehnsüchtig erwartet wurde, war unser traditioneller Jahrmarkt am 27. März. Alle Kinder bis 16 Jahre, die unsere Tageszentren besuchen, können durch Mithilfe bei alltäglichen Arbeiten (Abwasch, Staubsaugen, Kochen usw.), durch die selbstständige und gewissenhafte Erledigung der Hausaufgaben und regelmäßiges Kommen, Punkte sammeln. In größeren Abständen, d. h. drei bis viermal im Jahr, können sie die verdienten Punkte dann in Gegenstände umtauschen, die es auf unserem Jahrmarkt zu kaufen gibt. Besonders beliebt waren in diesem Jahr die Fußbälle, aber auch Spiele, Kleidungsstücke und natürlich Süßigkeiten waren heiß begehrt.

Natürlich beschäftigt uns im Moment am meisten der Ausbau und die Organisation des neuen Zentrums, das wir gern am 1. September, zu Beginn des neuen Schuljahres, in Petrovka, einem Ort 60 km nord-östlich von Odessa, eröffnen wollen. Wir haben diesen Schritt gewagt, weil uns die Not und Hoffnungslosigkeit, aber auch die Offenheit der lokalen Behörden und der Jugendlichen in diesem Ort tief beeindrucken. Seit langem hatten wir den Wunsch, unsere Arbeit auf das Umland auszudehnen. Als wir dann von Mitarbeitern der Regionalverwaltung angesprochen wurden, kam das einem Startschuss gleich. Wir haben bereits einen Mietvertrag zum symbolischen Preis von 10 Cent pro Jahr für 15 Jahre abgeschlossen und mehrere Treffen mit Jugendlichen in der örtlichen Schule organisiert. Unser Ziel ist es, die Bewohner von Petrovka, insbesondere die Jugendlichen und Kinder, von Anfang an mit in unsere Arbeit einzubeziehen.

Zusammen mit unseren Jugendlichen aus Odessa haben wir eine Aufräumaktion in unseren neuen Räumen und auch einen „Subbotnik “ durchgeführt. Nun fehlt uns ehrlich gesagt nur noch das Geld, um die Räume nutzbar zu machen. Hier hoffen wir auf die Unterstützung sowohl von Ukrainern aber auch von Freunden aus anderen Ländern, die uns dabei helfen wollen, langfristig etwas an diesem verlassenen Ort zu verändern. Jede Art von Hilfe ist willkommen!

Für den Sommer ist eine Woche Ferienlager am Meer und durchgehend Ferienprogramm für die Kinder der beiden Tageszentren geplant. Unterstützt werden wir dabei von vielen Freunden und Bekannten, die sich für die Sommermonate angekündigt haben. Im nächsten Rundbrief werden wir davon berichten.

Wir bedanken uns bei Euch ganz herzlich für alle Unterstützung in Wort und Tat und wünschen Euch Gottes Segen!

Eure Slavik, Nicole, Rebekka und Sarah mit den Kindern und Mitarbeitern von Lebendige Hoffnung e.V.


Kontakt: Nicole – Telefon: 0038 067 4851620, borisuk@web.de

Kontoverbindung: Lebendige Hoffnung e.V., Konto: 3442001004, BLZ: 870 540 00, Erzgebirgssparkasse